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Warum Musikunterricht weit mehr fördert als musikalische Fähigkeiten

12. Juli 2026

Musikunterricht vermittelt nicht nur musikalische Fähigkeiten. Er bietet Kindern auch viele Gelegenheiten, Fähigkeiten zu entwickeln, die sie später beim Lernen in der Schule brauchen.

Dazu gehören die exekutiven Funktionen. Sie helfen Kindern, ihre Aufmerksamkeit zu steuern, Impulse zu kontrollieren, sich einen Ablauf zu merken, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und nach einer Ablenkung wieder zur Aufgabe zurückzufinden. Kurz gesagt: Sie unterstützen Kinder dabei, sich selbst zu regulieren.

Genau deshalb gestalte ich meinen Unterricht so, wie ich ihn gestalte.

Beim gemeinsamen Musizieren hören die Kinder aufmerksam zu, warten auf ihren Einsatz, reagieren auf andere, orientieren sich am gemeinsamen Rhythmus und wechseln immer wieder zwischen Bewegung und Ruhe. Diese Anforderungen entstehen ganz natürlich aus der Musik heraus – sie müssen nicht künstlich erzeugt werden.

Deshalb gehört Bewegung für mich selbstverständlich zum Unterricht. Rhythmus wird nicht nur gehört, sondern mit dem ganzen Körper erlebt. Der gemeinsame Puls gibt Orientierung und hilft den Kindern, gemeinsam zu handeln.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist für mich die kleine Gruppe. Im Einzelunterricht richtet sich die Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Lehrkraft. In einer kleinen Gruppe kommen weitere Lerngelegenheiten hinzu: Die Kinder hören einander zu, reagieren aufeinander, warten, übernehmen Ideen und finden nach einer Ablenkung wieder zurück zur gemeinsamen Aufgabe. Dadurch werden Aufmerksamkeit und Selbstregulation immer wieder ganz selbstverständlich gefordert.

Deshalb geht es in meinem Unterricht nicht nur darum, musikalische Fähigkeiten aufzubauen. Mir ist genauso wichtig, dass Kinder lernen, ihre Aufmerksamkeit selbst zu steuern, miteinander zu arbeiten und mit Freude zu lernen.